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Chronik der Adjuvanten aus
 
 Rauthal
Wer die Musik nicht liebt, ist kein Mensch,
wer die Musik liebt, ist ein halber Mensch,
wer die Musik ausübt, ist ein ganzer Mensch."
(Johann Wolfgang Goethe)
 
 

Rauthal liegt im Kreis Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen, Rumänien, ungefähr 19 km südwestlich von Schäßburg und 34 km östlich von Mediasch entfernt.

Die Ursprünge der Blasmusikkapelle aus Rauthal bei Schäßburg gehen auf die Tradition der Dorf- und Kirchenmusikanten (Adjuvanten) in Siebenbürgen zurück. Die Adjuvanten waren Kulturträger der deutschen Bevölkerung und begleiteten den Lebensweg  der Menschen praktisch "von der Wiege bis zum Grabe". Wenn diese Formationen auch nicht so starren Vereinssatzungen zu folgen hatten, wie es in der westlichen Welt geschiet, muss man sie aber von ihrem gesellschaftlichen und kirchlichem Auftrag ausgehend sehr wohl als Vereine betrachten. Da nicht alle Gemeinden eine Orgel hatten,lag es an der Blasmusik, den Gottesdienst musikalisch mitzugestalten. Bei Trauerfeierlichkeiten für Verstorbene war der Einsatz der Blasmusik immer gefragt. Die erste Blasmusik-Formation ist im Jahre 1850 in Rauthal gegründet worden.

Die Kirche erwarb die Musikinstrumente und die Musikanten verpflichten sich vertraglich diese zu pflegen und wenn nötig zu reparieren. Noch hatten sie die Pflicht alle kirchlichen Feiern (Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Muttertag, Erntedankfest und Heldengedenktag) musikalisch zu begleiten. Nach der Vertragzeit gingen die Instrumente in den Besitz der Musiker über. Üblich war es das die musikalische Leidenschaft auf die Söhne weitervererbt wurde und so war es für Kinder die aus nicht Musikerfamilien stammt ein fast unmögliches Unterfangen ein Musikinstrument zu erlernen. Die Schirmherrschaft wurde vom Presbyterium der evangelischen Kirche übernommen. Außer zu den kirchlichen Anlässen spielten die Musikanten bei Hochzeiten, Bällen, Namenstagen und Beerdigungen.

Weiter wurde übermittelt das, der Unterricht für Klarinettisten ein Jahr vor dem der Blechbläsern anfing, mit der Begründung die Klarinette sei schwerer zu erlernen.

Der erste namentlich genannte musikalische Leiter war der Lehrer Meyterth aus Nimmesch. Überliefert wurde das er 1907 gebrauchte Instrumente in Graslitz (Böhmen) bestellte, die er 1913 wieder zurückschickte und dafür neue Instrumente bestellte. Er leitete die Blaskapelle bis zum ersten Weltkrieg und war auch für das Notenmaterial zuständig, leider ist davon nichts mehr vorhanden.

Der erste Weltkrieg 1914 spaltete die Blasmusikkapelle da viele der Musikanten eingezogen wurden. 

Der Trompeter Johann Klusch(Nr. 25) Andreas Hienz (Nr.103) Basflügelhorn und Andreas Feck (Nr.97),fielen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer. Nach dem Ersten Weltkrieg bis anfang der zwanziger Jahre übernahm die Leitung der Kapelle Johann Wagner,(Nr.117) der spielte den Bass und die Kirchenorgel. Andreas Gassner(Es-Klarinette) und Johann Beer(Bassflügelhorn) wurden 1919 zum Militärdienst nach Kronstadt zur Regimentsmusik eingezogen. Andreas Gassner leitete von 1930 bis 1957 die Rauthaler Blasmusik. Er war ein hervorragender Klarinettist und musikalischer Leiter. Er leitete auch den gemischten Kirchenchor (sechs Frauen,drei Sopran und drei Alt) in dem die Musikanten mitsangen. Andreas Gassner übergab die Leitung 1957 an Johann Beer. Der übergab 1965 seinem Sohn Hans Beer die Leitung. Nach dem Tod von Hans Beer 1977 übernahm Georg Gassner die Leitung der beiden Gruppen bis 1990.

 

     Auszug aus dem Buch "Rauthal im stillen Nebental der Großen Kokel" Bericht Gerhard Weber.

 

Die Adjuvanten um die Jahrhundertwende unter der Leitung von Lehrer Meyterth

Die obere Reihe von links nach rechts:

Johann Wagner (Nr.117 – Bass), Johann Teutsch (Nr.119 – Bassflügelhorn), Andreas Hientz (Nr.21 – Es-Trompete), Michael Wagner (Nr.27 – Flügelhorn), Andreas Feck (Nr.97 –Tenorhorn), Georg Klusch (Nr.25 – Althorn), Andreas Hientz (Nr.103 – Es-Trompete), 

Die untere Reihe von links nach rechts:

Georg Zenn (Nr.139 B-Klarinette), Johann Klusch (Nr.25 – Es-Trompete), Johann Beer (Nr.106 – Flügelhorn), Lehrer Meyterth, Andreas Gassner (Nr.57 – Es-Klarinette), Johann Wagner (Nr.130 – Althorn), Johann Feck (Nr.93 – Es-Trompete)

 

Die Adjuvanten in den zwanzigern Jahren unter der Leitung von Lehrer Julius Lang.


  Kirchenchor:

Von links:

Michael Feck, Michael Beer, Johann Teutsch, Samuel Zenn,

Johann Hientz, Georg Wagner, Andreas Wagner, Dirigent:Georg Gassner (Rauthal 1981)


Bilder:

 

Die Rauthaler Blaskapelle war in den umliegenden Ortschaften sehr beliebt und so ist es nicht verwunderlich das sie in Malmkrog, Waldhüten, Neudorf, Alisch und Felsendorf aufspielten.

Rauthaler Adjuvanten

auf einer Hochzeit in

Neudorf in Kleinbesatzung

Beerdigung des Musikleiters

Hans Beer auf dem Friedhof

 

 

Besondere Begebenheiten:

Johann Beer spielte während eines

Heimaturlaubes im ersten Weltkrieg

ganz alleine auf einer Beerdigung.

 


 

 

Neue Generation bei der Musikprobe

Die Rauthaler Blasmusik spielt auf der Beerdigung

von Michael Beer  (Haus Nr. 118)


Aufmarsch zum Kronenfest (Peter und Paulstag) der alten und neuen Generation 1982


Auf dem Berg 1981


Jugendkapelle unter Pfarrer Galter 1982 

Erntedankfest 1982


Die Rauthaler Blaskapelle nach 1990 in Bundesrepublik Deutschland

 

 

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